Höfner 457c1e Jazzgitarre "Schröder"

Die Gitarre ist ca. 1963 von der Firma Höfner in Bubenreuth gebaut worden. Im Herbst 1972 habe ich sie gebraucht für 150 DM vom Musikhaus Schöpp - damals noch Ecke Mindener Landstr./Mühlenstraße in Nienburg - gekauft.

Das Modell hatte einen Tonabnehmer (mittelgroß) der Fa. Höfner in Halsposition. Ein "Soundschalter" schaltete ihn ein, aus und hatte noch eine Klangvariante zu bieten. Als Volumen- bzw. Klangregelung gab es den vom Höfner-Beatles-Bass gewohnten Schalter-/Poti-Block, jedoch, weil nur ein Tonabnehmer zu versorgen war, lediglich ein Volumenpotentiometer und 3 Klangschalter. Das Firmenlogo war einlackiert, wo bei einer Les Paul der TA-Umschalter sitzt - also auf der Decke an der linken Schulter.

 

Die Gitarre hat einen runden (venetianischen) Cutaway. Dieser ermöglicht das Spielen bis zum 12. Bund, ab dann muß man mit dem Daumen umgreifen. Das letzte Inlay befindet sich vor dem 12. Bund.Der Kopf zeigt eine dunkle rautenförmige (Schildplatt?)Einlage in heller (Perlmutt?) Auflage. Die Zargenhöhe beträgt 8,4 cm. Das Halsende läuft zum Poti schwebend aus, er ist nicht in die Decke eingefügt

Die Gitarre war im Originalzustand fast unbrauchbar. Der Tonabnehmer hatte viel zuwenig Ausgangsleistung, die Schaltung war unpraktisch und klang auch nicht gut. Es sind Schaller Humbucker aufgebaut worden (reine Aufbauschraubung, Fräsung nur für die Fühungsschrauben). Anstatt des Soundschalters ist ein 3-Wege-Schalter für die beiden Tonabnehmer eingefügt worden. Volumen- und Tonregler sitzen auf einer extra Kunstoffplatte, die ein leichtes Abnehmen der Elektrik ermöglicht.

 

Der Steg stammt auch von Schaller. Er war ursprünglich mit einer Dämpfeinrichtung versehen gewesen. Gefunden habe ich ihn in Donaueschingen - ca. 1978. Auf der oberen Ecke ist mit Tesaband die scharfe Ecke überklebt worden. Beim Fingerpicking tut es sonst weh. Mittlerweile ausgetauscht gegen einen Rockinger Rollersteg.  Die Mechaniken stammen ebenfalls von Schaller.

Die Gitarre hat mehrfach die Farbe gewechselt. Die Originallackierung war sunburst, allerdings sehr matt. Im Laufe der Zeit habe ich den Lack abgeschliffen, so daß sie eher leopardenmäßig aussah, einige Zeit war sie weiß, später schwarz, dann golden, dann weiß mit Laminierungsstreifen.

 

 

Ca. 1989 löste sich der Hals aus der Verleimung und die Gitarre war unbrauchbar. Sie wurde aber von Firma Höfner wieder restauriert. Die Bünde wurden erneuert und die Lackierung auf Rot geändert. Diese Aktion dauerte sechs Monate und kostete 690 DM (die allerdings durch Kostenvoranschlag angekündigt worden waren). Da mich jedoch diese Gitarre lange begleitet hatte und ich darauf erst richtig spielen gelernt habe, stimmte ich der Renovierung gern zu

Serienmäßig war ein Pickguard unterhalb der Saiten montiert. Es ist jedoch durch das Alter vergilbt und paßt nicht zum Erscheinungsbild der roten Gitarre.Neu ist die Abdeckung für das Einbaufach in der die Potentiometer untergebracht sind., diese hat mir Thomas Stratmann hergestellt.

Zum Schluß noch ein Bild mit der im Jahr 2011 angeschafften roten Jazzgitarre.

Verwendete Saiten: Geschliffene Jazzgitarrensaiten: 54-12.Zum Impressum                    Zur Homepage                   E-Mail