Gibson Les Paul Studio

LP Studio 50 Tribute HB WE

Mitte des Jahres 2011 hatte ich ein Sonderangebot ausgenutzt. Einen Monat später erschien dieser Artikel in „Gitarre und Bass“:

„De facto ist die Les Paul Studio die Lightversion der traditionellen Paula, und zwar aufs Allernötigste reduziert. Mahagoni-Body, gewölbtes Ahorn-Top, verleimter Mahagoni-Hals und Palisandergriffbrett mit Trapez-Inlays sind jedoch ebenso Pflicht wie zwei Humbucker, traditionelle Schaltung, vintage-style Tuner, Tune-o-matic-Steg und Stopbar.

 

Konstruktion: An der LP Studio Thomann Edition ist alles dran und drin, was eine Paula ausmacht. Allerdings bestätigt die Federwaage meinen ersten Eindruck eines auffallend leichten Modells, was darauf schließen lässt, dass im Mahagonikorpus gezielt angeordnete Kammern nicht nur die Klangeigenschaften sondern auch das Gewicht beeinflussen.

 

Chambered“ nennt man das im Fachjargon. Äußerlich herrscht schlichte Eleganz. Leicht verrundete Bodykanten anstelle von Bindings, auch das Griffbrett kommt ohne Einfassungen aus. Da auf sogenannten Füller verzichtet wurde, lässt das sparsam aufgetragene Nitro-Finish die Holzmaserungen (gerade auf der Rückseite) erkennen…Dreiweg-Toggle, zwei Volume- und zwei Tone-Potis kontrollieren die offenen 490R und 498T-Humbucker. Um auch Arbeiten am E-Fach zu rationalisieren, hat man die Potis und Kondensatoren auf einer Platine verlötet und Pickups, Schalter, Buchse und Massekabel per Steckverbindungen angeschlossen. Angesichts der puren HB-Schaltung erübrigen sich Abschirmmaßnahmen ohnehin. Die Thomann Edition unterscheidet sich von Gibsons aktueller LP-Studio durch ihre offenen 490R/498T-Pickups, frontseitig cremefarbene Kunststoffteile und goldene Reflector-Knöpfe.

 

Praxis:  Trotz des um die Tonkammern erleichterten Bodies zeigt die LP Studio am Gurt und auf dem Oberschenkel beste Balance. Wären da nicht die etwas holperigen Bundkanten und die nach der Lackierung zurückgelassenen Übergänge vom Griffbrett zum Halsrücken … ließe sich die Gitarre komfortabel bespielen (Anmerkung von mir: Bei meinem Instrument ist das nicht so schlimm wie bei dem besprochenen). Das Halsprofil schmiegt sich jedenfalls angenehm in die Handfläche.  Die Thomann Studio gibt sich sehr schwingungsfreudig und liefert bereits fern vom Verstärker ein fettes, kraftvolles, laufstarkes Klangbild, dessen reicher Obertongehalt für Frische und Vitalität sorgt. Jeder Ton wird von langsam und kontinuierlich ausklingendem Sustain getragen.

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Der clean eingestellte Amp entlockt dem Hals-PU warme, runde, ausgewogene und transparente Klänge mit samtweich singenden Höhen. Obgleich der Steg-Humbucker höhere Ausgangsleistung besitzt, wirkt er nicht wesentliche lauter. Mit seinen kräftigen Mitten und Bässen tönt er druckvoll aber dennoch klar und zeigt mit ausreichenden Höhen und Brillanz, dass er – selbstverständlich abhängig von Anschlagsintensität und Spieldynamik – auch aggressiv beißen kann. Im Zerrbetrieb punktet der 490R-Humbucker mit fetten Bassriffs und bluesig singenden Lead-Sounds, deren Transparenz stets respektables Durchsetzungsvermögen garantieren. Der 498T indes glänzt mit ultimativem Hardrock-Brett und Sustain-reichem Haigh-Gain-Lead. Die geschmeidig rotierenden Potis zeigen kontinuierliche Regelcharakteristik und empfehlen sich damit zur präzisen Kontrolle von Lautstärke und Verzerrungsgrad bzw. der Klangfärbung.

 

Resümee:  Die Thomann-Version der Gibson Les Paul Studio zeichnet sich schon im Trockentest durch Resonanzfreude, Dynamik und Sustain aus. Die beiden Humbucker unterstützen diese Eigenschaften mit einem breiten Klangangebot von Clean bis High-Gain, das sich präzise und gefühlvoll mittels Reglern und Anschlag formen lässt. So präsentiert sich dieses Modell selbstbewusst und keineswegs nur als abgespeckte Low-Budget-Version des Klassikers. Auch verarbeitungstechnisch ist die Gitarre auf der Höhe, sehen wir mal von den Ungereimtheiten an den Griffbrettkanten ab. Dank der Tonkammern bringt sie nicht allzu viel Gewicht mit, und der Preis liegt deutlich unter dem bisheriger Studio-Modelle. Fazit: Eine ordentliche Gitarre nicht nur für Einsteiger zum überaus fairen Preis.“ (Ende des Artikels).

Das ist auch mein Eindruck. Die Verarbeitung ist bei meinem Instrument recht gut, Die Bundstäbchen werde ich in einem halben Jahr kurz abrichten lassen. Dann gibt es gar nichts mehr zu meckern. Ich habe mich für das „50-Jahre“-Modell entschieden, weil hier der Hals ein wenig dicker ist. Das kommt meinen großen Händen und dem Ton zugute. Eine feine Gitarre.

Die Gitarre hat die Bezeichnung LPSTMSECHI,  Seriennummer 108710381, gekauft 2011. Besaitung: 10-42.

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