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Teuffel Birdfish |
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In der Ausgabe vom August 1998 des Fachblattes fiel mir die Gitarre auf der Titelseite gleich auf. Design wie ein Raumschiff, kein Kopf, Material wie mein Schreibtisch. In den nächsten 2 Wochen habe ich mir den Artikel über die Birdfish jeden Tage durchgelesen. Schließlich habe ich die Jungs von Soundcheck/Yoschi beauftragt, sich nach Preis und Lieferkonditionen zu erkundigen. Nach Ablauf von 6 Wochen hatte ich dann meine Birdfish (Serienummer 33) in den eigenen Händen. Hier folgt erst einmal der folgenschwere Fachblatt-Artikel: |
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Auf in die Zukunft Wie die Zukunft im Gitarrendesign aussehen wird, können (und wollen) wir nicht voraussagen. Dennoch scheint die Birdfish ein exzellentes Beispiel für die prinzipielle Ausdifferenzierung einer Instrumentengattung zu sein, die ihr Heil augenblicklich nur noch in der Heraufbeschwörung ihres eigenen Ursprungs zu suchen scheint. Der Vintage-Boom der vergangenen Jahre beförderte die Visionäre im Handwerk beinahe aufs Abstellgleis. Eigene Ideen waren kaum gefragt. Wer sich hier noch durchsetzen möchte, muß schon in aller Deutlichkeit Prinzipien auf den Kopf stellen, sollte Mut, Frechheit und vor allem einen langen Atem haben. Von all dem scheint der Neu-Ulmer und studierte Produktdesigner Ulrich Teuffel genug zu besitzen. |
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Die Birdfish, die er selbst als "Dekon-struktionsmodell" bezeichnet, ist das Ergebnis langjähriger Entwicklungsarbeit. |
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Vorbild waren die prinzipiellen Kontruktionsbestandteile der Fender Stratocaster - für Ulrich Teuffel ein " ganz großer Wurf", weil die industriellen Fertigungsaspekte mit den musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten perfekt harmonierten. Eine Stratocaster noch zu verbessern, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Daher war für Teuffel die logische Konsequenz, das übermächtige Vorbild erst einmal zu zerstören und in seine rudimentären Bausteine zu zerlegen. Die Neukonstruktion und Ausdiffenzierung zu einem völlig neuen Instrument führten zur Birdfish, unserem Testmodell. |
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Abgesehen vom auffälligen Design, versteht Teuffel, der sich als Autodidakt dem Gitarrenbau näherte,
seine Birdfish-Gitarre besonders als musikalisches
Statement, und nur hierin liegt die Begründung für einen Testbericht.
Handling und Sound sollen wie immer die wichtigsten Standbeine für eine
Untersuchung sein. Konstruktion Auf den ersten Blick besitzt die Birdfish keinen herkömmlichen Korpus, sondern ein vermeintlich wirres Konstrukt aus Metallschienen und verchromten Stützformen. Die allegorisch mit "Bird" und "Fish" bezeichneten Schwungformen bilden das Kernstück der Gitarre. |
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Die Formen-Verwandtschaft mit Vorbildern
aus der Tierwelt fiel Teuffel eigentlich erst nach
der Konstruktion auf und gab dem Instrument schließlich seinen wohlklingenden
Namen. Die beiden verchromten Gußteile sollten vor
allem optisch und formal eine sinnvolle Struktur ergeben und die übrigen
Bauteile miteinander verbinden. An der vorderen (oder Bird-)
Form ist der einteilige Vogelaugenahornhals verschraubt. Der Hals besitzt
eine recht flache Wölbung und spielerfreundliche Jumbofrets.
Die Mensur beträgt 650 mm. Das Griffbrett wurde nach dem Versenken des
Halsstabes wieder aufgeleimt. Eine modifizierte Saitenklemme von Schaller
sorgt für festen Halt der Saiten. . |
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Die Pickups werden von Ulrich Teuffel selbst gewickelt und anschließend komplett vergossen. Jede Birdfish-Gitarre wird mit insgesamt fünf Pickups ausgeliefert, drei Single-Coils und zwei Humbuckern mit unterschiedlichen Ausgangsleistungen. Mittels Miniklinkensteckern und einem simplen Schraubverschluß lassen sich die Pickups mühelos von der metallenen Führungsschiene entfernen und somit austauschen. Außerdem können die Pickups auf der Schiene in der Horizontalen verschoben beziehungsweise zueinander verdreht werden. Allein hierdurch werden zahlreiche Klangmodifikationen erreicht. Denn je nach Pickup-Typ oder -Stellung ergeben sich ganz unterschiedliche Ergebnisse |
- Anmerkung: Es gibt tatsächlich einen Klangunterschied. Ich bevorzuge zur Zeit die roten Stäbe. |
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. Die beiden dunkelblauen "Röhre" bilden die eigentlichen Resonanzkörper der Birdfish. Es handelt sich um Holzstreifen, die entweder aus Sumpfesche (blaue Lackierung) oder aus Ahorn (rote Lackierung) gefertigt wurden und mittels Schraubverschluß miteinander vertauscht oder kombiniert werden können. Gute Idee. Ganz ohne Resonanzkörper funktionierte jedoch laut Teuffel auch die Birdfish-Konstruktion nicht. Die Teile werden unter Spannung mit den Stützformen verschraubt und erhalten dadurch eine verbesserte Schwingungsübertragung. |
Die "Ersatzröhren" in
alternativer Holzsorte gehören natürlich zum Lieferumfang und ruhen im
handgenähten Gigbag in speziellen Fächern auf
Abruf. Allein der gepolsterte Gigbag mit Tragegurt
ist eine Augenweide und unterstreicht in seiner unmißverständlich
edlen sowie handlichen Fertigung das Gesamtkonzept.
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Sämtliche Schrauben der Birdfish können mit
einem einzigen Multi-Imbus-Schlüssel gelöst oder
gefestigt werden. Angesichts der Austauschoptionen ein wichtiges Werkzeug Sämtliche Arbeiten werden natürlich von Ulrich Teuffel in seiner Neu-Ulmer Werkstatt von Hand ausgeführt. Dementsprechend ist die gesamte Verarbeitungsqualität vom Allerfeinsten. Sehr geschmackvoll ist auch die Kombination von hellem Vogelaugenahorn mit dem auf Hochglanz polierten Chrom und den mattblau lackierten Pickups und Resonanzhölzern. Die Ausgewogenheit zwischen Formen und Oberflächen verleihen der Birdfish ihren "Kunstwerk-Charakter". |
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Handling und Sound Jetzt wird´s spannend. Kann so ein Kunstwerk auch klingen? Zunächst möchte ich allerdings auf das ergonomisch ausgewogene Handling dieser Gitarre eingehen. Auch hier steckt eine Menge Feinarbeit im Detail. Angefangen bei dem unglaublich gut bespielbaren Hals, der aufgrund seiner satten D-Form sehr gut in der Hand liegt und - dank Jumbofrets - mühelos weite Bendings ermöglichst, liegt die Gitarre auch am Körper überraschend gut. Der gebogene "Krähenfuß" am vorderen Formstück dient nicht nur als Tragegriff, wenn die Gitarre im Gigbag verstaut liegt, sondern schmiegt sich im Sitzen wunderbar auf den Oberschenkel des Spielers. Klasse. |
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Auch die ausladenden Resonanzkörper hindern den Spieler nicht an seiner Spielfreude. Schwierig ist anfangs lediglich das Erreichen des Fünfwegschalters am unteren Ende der Elektronikdose. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Schon ohne Verstärker verrät die Birdfish einiges über ihre Klangeigenschaften. Zwar ertönt das Instrument hier noch sehr leise, aber mit sehr gutem Attack und schneller und spritziger Ansprache. Obwohl die Birdfish in entfernter Anlehnung an die Fender Stratocaster konstruiert wurde, ist ihr Klangcharakter doch ein ganz anderer. Mal abgesehen von den Zwischenstellungen, die ein wenig an den Urahn erinnern, klingt diese Gitarre wesentlich klarer und offener. Bei cleanen Akkorden könnte man stets meinen, ein zusätzlicher Piezo-Pickup wäre mit im Spiel. Glasklares Attack, unglaublich gute Dynamik und erstaunlich langes Sustain sind die wesentlichen Eigenschaften. |
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In der Stegposition gefiel mir der kräftige Humbucker als Solo-Option außerordentlich gut, denn dadurch wird der auf leichten Crunch eingestellte Verstärker soweit geboostet, daß man weder Kanalumschaltung noch zusätzliche Fußtreter vermißt. Vor allem die Höhen prägen den Sound, ohne jedoch zu spitz oder zu harsch zu wirken und damit unangenehm den Klang zu verfärben. |
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Die Positionsveränderungen der Pickups bieten Möglichkeiten zur Feinabstimmung, so daß diese Option auch in der Praxis sinnvoll erscheint. Auffälligstes Merkmal ist aber die ureigene Stimme der Birdfish, die dem Spieler automatisch eine ganz spezifische Spielweise entlockt. Trotz der futuristisch anmutenden Konstruktion besitzt die Birdfish eine musikalische Seele, die überraschend schnell Besitz über den Spieler ergreifen kann. Die anfangs angesprochene Ausdiffenzierung einer Instrumentengattung kommt einem wieder in den Sinn. Ähnlich wie Parker oder Steinberger begibt sich die Birdfish in musikalische Grenzbereiche, die noch ausgefüllt werden wollen. Und das ist für uns Gitarristen eine beruhigende Aussicht. |
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Ist ja gut. Im Ernst: Man muß sich erst daran gewöhnen, daß es außer den abgeschnittenen Besenstielen keinen Körper gibt. Die Gitarre hängt nämlich senkrechter als herkömmliche Gitarren. Auch ist es gewöhnungsbedürftig, daß am Hals kein Kopf ist. Problematisch ist auch die Aufbewahrung des Instruments, weil es in keinen normalen Gitarrenständer paßt. Diese kleinen Schwierigkeiten werden aber wirklich vom Spielkomfort und vom Klang der Gitarre mehr als wett gemacht. |
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Meine Anerkennung, Herr Teuffel. |
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